Das Tote Moor

Das Tote Moor

Die Moore unserer Erde, die im Wesentlichen auf der nördlichen Halbkugel verteilt sind, werden in unterschiedlichster Form u.a. als Brenntorf zur Energiegewinnung oder als Düngetorf zur Bodenverbesserung genutzt.

 

Das Tote Moor soll leben?-Regeneration des Toten Moores bei Neustadt am Rübenberge

Dieser mit dem Abbau verbundene Eingriff in den Naturhaushalt ist so gewaltig, dass die "Urlandschaft Moor" von der Erde zu verschwinden droht.

Der Landkreis Hannover hat daher gemeinsam mit Moorwissenschaftlern Konzepte zur Sicherung noch bestehender Restmoorflächen im Toten Moor bei Neustadt und zur Regeneration industriell abgetorfter Bereiche erarbeitet und führt parallel dazu bereits seit Jahren sehr erfolgreich Maßnahmen zur Hochmoorregeneration durch.

Die Moornutzung hat eine sehr lange Geschichte. Schon seit etwa 900 n. Chr. entnehmen Menschen aus den Mooren im Handtorfstichverfahren Brenntorf. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden im nordwestlichen Deutschland Moore systematisch kultiviert, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen (z.B. Fehnkultur) und die Bereiche zu besiedeln. Durch den maschinellen Torfabbau beschleunigte sich im 20. Jahrhundert nochmals erheblich der Verlust an inaktiven Hochmooren. Voraussetzung für eine wirtschaftliche Nutzung der Moore ist die Entwässerung. Dazu werden tiefe Gräben und Drainagen angelegt. Weil dem Moorkörper dadurch das für das Wachstum lebensnotwendige Regenwasser entzogen wird, sterben die torfbildenden, wasserspeichernden Moose ab. Das Hochmoor trocknet aus. Bäume und Sträucher verdrängen die Moorpflanzen. Zusätzliche Belastung erfährt der Moorboden durch Landwirtschaftliche Nutzung.

Eine typische Eigenschaft der Hochmoore ist ihr hoher Säuregehalt mit einem ph-Wert von 3-4, das ist so sauer wie Zitronensaft. Moorwasser ist außerdem sauerstoffarm. Hier leben kaum Bakterien. Abgestorbene Pflanzenteile werden deshalb nicht durch Fäulnis abgebaut, sondern konserviert.

Eine große Birke benötigt pro Tag immerhin bis zu 100 Litern Wasser, entspricht 10 Eimer oder eine Badewanne voll mit Wasser. Um dem Wachstum von Gehölz und Strauchwerk entgegen zu wirken, wird mit dem so genannten "Entkusseln" der Moorboden überarbeitet. Dies hält die Feuchtigkeit spürbar im Moor zurück. Weitere Maßnahmen wurden mit der Errichtung von rund 50 Stauanlagen geschaffen. Das Niederschlagswasser konnte nun wirkungsvoll zurückgehalten werden.

Durch die positiven Entwicklungen bei der Hochmoor-Regeneration ist der Landkreis Hannover überzeugt, dass sich langfristig das Tote Moor nach erfolgtem Torfabbau wieder zu einem lebenden, wachsenden Hochmoor entwickelt.

Am Beispiel des Toten Moores wird der exemplarische Nachweis erbracht, dass auch für industriell abgetorfte Hochmoorflächen, Techniken entwickelt werden können, die Eingriffe in den Naturhaushalt wieder auszugleichen oder für verloren gegangene Qualitäten Ersatz zu schaffen. Ziel ist es, den Besuchern aus aller Welt zu zeigen, dass die hier gewonnenen Erkenntnisse auch in ihren Ländern umgesetzt werden können, um die "Urlandschaft Moor" in Ihrem Bestand dauerhaft zu erhalten.

Zur Weltausstellung weist der Landkreis Hannover nach, dass Voraussetzungen geschaffen werden können, auch industriell abgetorftes Moor wieder wachsen zu lassen. Ziel ist es, den Besuchern aus aller Welt Möglichkeiten aufzuzeigen, auch in ihren Ländern daraus gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen und so die "Urlandschaft Moor" zu retten.

Naturpark Steinhuder Meer

 

Mit dem Schiff ins Moor

Hier geht es zu unseren Terminen der geführten Moorwanderungen.

 

 
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