Gustav Nagel, der Lebenskünstler

"grüs got! am steinhuder mer, am nördlichen strand, wo mein zelt jezt stet, heis schin die sonne, - war erkwikkend das waßerbad, koste die köstliche meres luft, ..."

 

So schrieb Gustav Nagel Pfingsten 1907 an einen Freund am heimischen Arendsee. Nagels Zelt stand für zwei Jahre auf dem Weißen Berg in Mardorf. Er selbst bezeichnete sich als Naturmenschen, Religionsstifter, Wanderprediger und Tempelwächter von Gottes Gnaden.

Seine heutigen Anhänger sagen, er sei seiner Zeit weit voraus gewesen, denn er arbeitete an einer Rechtschreibreform, lange bevor sich die heutigen Politiker des Themas bemächtigt hatten (Leseprobe siehe oben). Er ernährte sich überwiegend von frischem Gemüse, lange bevor viele unserer Zeitgenossen den Wert erkannten. Nagel predigte einfaches, natürliches, christliches Leben.

1928 gründete er die "deutsch-kristliche folkspartei" und kandidierte für den Reichstag. Er bekam 901 Stimmen, das waren 0,0%.

1941 ist sein Tempel am Arendsee von der Hitlerjugend demoliert worden.

1943 kam er in das KZ Dachau, 1944 in die Nervenheilanstalt Uchtspringe.

1945 bis 1950 lebte er wieder an seinem geliebten Arendsee, er starb 1952, 76-jährig, in der Nervenheilanstalt Uchtspringe.

Während seiner Mardorfer Zeit pilgerten Leute aus weitem Umkreis zu seinem Zeltlager um ihm zuzuhören.

 

 
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