In 123 Tagen

„Wenn Hitler tot ist, tanzen wir“ Lesung von Heinrich Thies

Auf einen Blick

Auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide findet im Oktober 1941 eine Geburtstagsfeier statt. Der polnische Zwangsarbeiter Eugen Lesniewski fordert die 19-jährige Hilde Meyerhoff zum Tanz auf. Sie lehnt ab und tröstet ihn mit den Worten „Wenn Hitler tot ist, tanzen wir“.


Dieser Satz wird Hilde und Eugen zum Verhängnis. Die junge Frau kommt ins Konzentrationslager, der junge Mann wird im Dorf gehängt. Die Lebensgeschichte von Hilde Meyerhoff, die eigentlich Else Hunt heißt, erzählt Heinrich Thies mit seinem Buch „Wenn Hitler tot ist, tanzen wir“ – und liest daraus in der Geschichtswerkstatt des Arbeitskreises Stolpersteine Rehburg-Loccum im Gebäude des Rehburger Raths-Kellers am Dienstag, 21. April 2020, 19.30 Uhr.



 



 



Das Buch ist das Erstlingswerk von Heinrich Thies. 2004 ist es erschienen und 18 weitere Bücher hat er dem bereits folgen lassen. Als Thies dieser Hilde Meyerhoff, wie sie im Buch heißt, zum ersten Mal begegnete, war er noch Redakteur der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Zunächst schrieb er über sie in der Zeitung. Ihre Geschichte ließ ihn aber nicht los, er vertiefte den Kontakt und fragte sie eines Tages, ob er ein Buch über ihre Lebensgeschichte schreiben dürfe. Das Ergebnis waren viele intensive Gespräche zwischen dem Autor und der mittlerweile alten Frau – und ein Buch, das davon erzählt, wie wenig es brauchte, in die Fänge der Nationalsozialisten zu geraten, das auch erzählt, wie ein einziger Satz ein Leben aus den Fugen reißen kann – und davon, wie Menschen auch Jahrzehnte nach der NS-Zeit Else Hunt immer noch mit Argwohn begegneten.



Zur Lesung von und zum Gespräch mit Heinrich Thies lädt der Arbeitskreis in seine Geschichtswerkstatt ein. Der Eintritt ist kostenlos.



 

Termine im Überblick

Oktober 2020

Was möchten Sie als nächstes tun?