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Kirchen rund um das Steinhuder Meer

„Die Kirche im Dorf lassen“, dieser Spruch stammt aus der Zeit, als die katholische Kirche Prozessionen durch einen Ort machte. Da aber manches Dorf zu klein war für eine Prozession, ging man auch außerhalb ums Dorf herum. Aber die Kirche selbst, das sakrale Gebäude, blieb natürlich im Ortskern stehen. Der Spruch steht für “mach mal halblang, nicht übertreiben.“ Das wollen wir auch nicht, dennoch hat die Region neben der Sigwardskirche noch einige beeindruckende Kirchen „im Dorf“, aber auch in der Stadt. Kirchen werden als Orte der Einkehr, Ruhe und Spiritualität erlebt, aber auch als besonderer kulturgeschichtlicher Ort. Jede Kirche ist eine Kulturkirche. Das kulturelle Profil der Kirche umfasst das überkommene Erbe, die historische Kulturträgerschaft und aktives Gestaltungshandeln in der Gegenwart.

Kirche schafft kulturelle Identität, weit über den Kreis ihrer Mitglieder hinaus. Kirche und Kultur gehören in gewisser Weise untrennbar zusammen, wollen doch beide neue Perspektiven eröffnen, den Blick über Vordergründiges hinaus lenken, das Leben deuten. Kultur als „Spielraum der Freiheit“ (Dietrich Bonhoeffer) gibt der Kirche die Chance, sich einen Raum zu eröffnen, in dem ihr eine Begegnung mit der Freiheit ermöglicht wird. Kirche zielt auf Öffentlichkeit. Sie kann ihre Wirkung in den öffentlichen Raum hinein verlängern, wenn sie das Zusammenspiel mit der Kultur nutzt. Die Städte und Dörfer der Region werden geprägt durch Kirchenbauten, die Sprache basiert auf der Bibelübersetzung Martin Luthers, Literatur und Theater variieren biblische Anspielungen, die Musik entwickelte sich aus der Musik der Gregorianik, die Bildende Kunst geht auf die Darstellung biblischer Ereignisse zurück. Auch die Museen befassen sich mit christlicher Thematik. Die Kirche ist Thema von Kinofilmen (u.a. The Da Vinci Code – Sakrileg).