© Hans F. Meier

Insel Wilhelmstein

Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe (1724–1777) ließ die Seefestung Wilhelmstein auf einer künstlichen, etwa 1,4 Hektar großen Insel im Steinhuder Meer erbauen. Die Aufschüttung erfolgte in den Jahren 1761 bis 1765. Die Insel Wilhelmstein wurde als Musterfestung erbaut, als uneinnehmbarer
Fluchtpunkt im eigenen Land.

Gut zu wissen!

1761-1765

Aufschüttung der Insel

1772

Versuche mit dem ersten deutschen Tauchboot, dem sogenannten "Steinhuder Hecht"

1773-1777

Der spätere preußische General Gerhard Scharnhorst besuchte die Militärschule auf dem Wilhelmstein und erhielt dort seine grundlegende militärische Ausbildung.

ab ca. 1900

nahm der Fremdenverkehr zur Insel zu, da sich die Fischer mit ihren sog. "Auswandernern" eine neue Erwerbsmöglichkeit erschlossen.

1767 wurde die „Praktische Artillerie- und Genie-Schule“ gegründet, die 3 Jahre später in eine Militärschule umgewandelt wurde. Gerhard Scharnhorst erhielt hier von 1772–1777 seine grundlegende militärische Ausbildung. Die ganze Festung ist heute ein Museum mit Waffen, Kartenmaterial und anderen Gegenständen zur Geschichte der Anlage. Hier befindet sich auch die Konstruktionszeichnung des ersten deutschen U-Bootes, dem Steinhuder Hecht.

Das Luftbild von oben gibt einen tollen Blick auf die Inselfestung Wilhelmstein im Steinhuder Meer
© Fürstliche Schlossverwaltung Schloss Bückeburg / Andreas Menz
Über der Insel Wilhelmstein geht langsam die Sonne unter.
© Hans F. Meier

Seit 2005 wurden umfangreiche Renovierungen an den Gebäuden vorgenommen, so dass mittlerweile Übernachtungsmöglichkeiten, ein Restaurant und mehrere Seminarräume vorhanden sind. Dadurch können Tagungen an einem besonderen Ort stattfinden. Die Inselfestung ermöglicht auch feste Bindungen an einem außergewöhnlichen Ort. Der ehemalige Wohnraum der Offiziere dient heute als Trauzimmer.

Die Insel dient auch als Ausstellungsraum der von einer Künstlergruppe in regelmäßigen Abständen organisierten „Kunst in Glashäusern“ Neben der Naturpark-Informationsscheune in Steinhude und dem Naturparkhaus in Mardorf kann auch auf der Inselfestung eine anschauliche Ausstellung über den Naturpark Steinhuder Meer besucht werden.

Abendliche Sonnenstrahlen brechen durch die Wolkendecke und tauchen den Wilhelmstein in ein orangefarbenes Licht.
© Hans F. Meier
© Christine Kölling - SMT

Graf Wilhelm

und die Legende des ersten U-Bootes

Die berühmteste Erfindung von Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe war der Steinhuder Hecht, das erste in Deutschland konstruierte U-Boot. Entworfen hat es J.C. Praetorius, der als Ingenieur, Geograph und Offizier in den Diensten des Grafen stand. Als Wilhelm im Jahre 1762 den Oberbefehl in Portugal erhielt, schlug ihm Praetorius ein Tauchboot vor, welches eine schnelle und sichere Verbindung nach Schaumburg-Lippe gewährleisten würde. Bei Überwasserfahrt sollte es von Segeln angetrieben werden. Unter Wasser sollte der „Steinhuder Hecht“ durch Schläge des von der Besatzung gezogenen Fischschwanzes angetrieben werden. Ein kleinerer Prototyp aus Eichenholz in Form eines Fisches soll 1772 im Steinhuder Meer getaucht sein. Angeblich hatte das Boot Raum für acht Mann und konnte etwa zwölf Minuten tauchen. Es ist jedoch nicht bekannt, wie der Tauchversuch ausging, wie er beurteilt und ob er womöglich wiederholt wurde. Die Skizzen und eine Modellnachbildung des „Steinhuder Hechtes“ sind auf der Inselfestung Wilhelmstein zu besichtigen.